Unsere Themen-Veranstaltung zum Welt-Aids-Tag 2017
Gelungener Diskussionsveranstaltung im Rahmen unseres Programms zum Welt-Aids-Tag 2017
Die Diskussionsveranstaltung in der LMU am Dienstag den 28.11.2017 stand unter dem Titel: „Angst vor ANSTeckung“.Das Kürzel ANST steht dabei im Informationssystem der Polizei für Ansteckungsgefahr. In Bayern sind knapp 15.000 Menschen mit HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C mit dem Kürzel ANST gespeichert.
Teilnehmer*innen waren:
Claudia Stamm - MdL; Vorsitzende Partei mut,
Dr. med. Hans Jäger - HIV-Schwerpunktarzt, München
Stefan Kastner - Leitender Kriminaldirektor, Polizeipräsidium München
Dr. med. Joram Ronel - Facharzt für psychosomatische. Medizin
Maik Schoeneich - Sprecher der PositHIVen Gesichter, München
Moderation: Claudia Decker, Journalistin, BR
Das Bayer. Staatsministerium des Innern hatte leider aus Zeitgründen die Teilnahme abgesagt.
Dr. med. Joram Ronel klärte in einem Einführungsvortrag über das Thema Diskriminierung und Stigmatisierung auf.
Kriminaldirektor Stefan Kastner vertrat die Auffassung, dass Polizeibeamte in Gewaltsituationen durch das Wissen aus der Datenbank besser geschützt seien. Angesichts steigender Übergriffe auf Polizisten und damit einhergehenden Verletzungen herrsche bei vielen Beamten die Angst, sich mit HIV oder Hepatitis infizieren zu können.
Belege über erfolgte Infektionen im Einsatz waren allerdings keinem der Anwesenden bekannt. Dr. med. Hans Jäger erläuterte die Nicht-Infektiosität von therapierten HIV-Positiven Menschen und die Fortschritte bei der Heilung von Hepatitis C.
Maik Schoeneich von den Positiven Gesichtern fragte kritisch nach, wieso die Zahl der ANST-Registrierungen in Bayern so hoch seien.
Zudem seien behandelte Patienten nicht mehr ansteckend, es handele sich daher um eine Fehlinformation.
Claudia Stamm wird versuchen im Landtag eine Neubetrachtung der Kennzeichnung anzustoßen. Sie selbst war es, die bei einer Anfrage die Informationen über die hohe Zahl von Registrierungen öffentlich machte.
Viele Zuhörer waren gegen eine diskriminierende Kennzeichnung mit dem ANST Kürzel und bezeichneten diese als Scheinsicherheit, die niemandem helfe. Es wurde vermutet, dass der Datenbestand veraltet sein müsse, da wohl eine kontinuierliche Aktualisierung nicht vorgesehen sei und das Kürzel somit erst recht keinerlei Aussagekraft habe.
Letztlich müsse die Fürsorgepflicht des Staates gegenüber den Polizeibeamten immer gelten, wenn es zu möglichen Verletzungen im Dienst kommen sollte. Das Kürzel ANST helfe da nicht weiter, sondern vermittle vielmehr eine Scheinsicherheit, die eher eine Gefährdung denn ein Schutz für die Beamten bedeute.
Auch müsse eine Neubewertung stattfinden, da beispielsweise behandelte HIV-Patienten nicht infektiös seien und Hepatitis A, B und C inzwischen geheilt werden können.
Die Diskussion verlief recht kontrovers aber dennoch konstruktiv, respektvoll und fair.
Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Münchner Positiven ihren Entwurf für eine Petition zur Abschaffung des Eintrages ANST in der Datenbank INPOL vor. Diese wird im Bayerischen Landtag eingereicht werden. Zusätzlich wurde eine Unterschriftenaktion gestartet.
Unsere Veranstaltungen zum Welt-Aids-Tag 2017
CSD 2017 - Die größte Pille der Parade
Unsere PrEP-Veranstaltung
Unsere Mail vom 06.07.2017:
Die Veranstaltung mit dem Titel "PrEP Pille davor, praktisch gelebt!" motivierte viele Interessierte unser Veranstaltung in der LMU zu
besuchen. (Bei einer PrEP nehmen HIV-Negative Menschen HIV-Medikamente vorbeugend ein, um sich vor einer Infektion zu schützen).
Großen Applaus gab es für den Film von Nick Feustel, der verschiedene Gruppen von PrEP-Usern porträtierte. Die Bedeutung dieses
Bausteins in eine HIV Prävention wurde hervorragend beleuchtet, ebenso die Bereicherung, die jeder PrEP- User durch diese Sicherheit für sich verspürt. Bei der anschließenden Diskussion mit dem
HIV-Schwerpunktarzt Dr. Helmut Hartl, die von Engelbert Zankel (Münchner Positive) geleitet wurde, zeigte sich ein großes Interesse an dem Thema beim Publikum. Insbesondere die Beschaffung der
PrEP-Medikamente und die ärztliche Begleitung standen im Vordergrund, aber auch die Forderung an die Politik und den Pharmafirmen die PrEP in Deutschland bezahlbar und allen zugänglich zu
machen. Es gibt noch viel zu tun, um PrEP in Deutschland zu etablieren.
Ganz besonders freuen wir uns deshalb, dass der Münchner Leder Club (MLC) einen LKW mit dem Thema auf dem CSD präsentieren wird. Wir werden
ebenfalls auf der Parade (15.07.2017) unterwegs sein und als Teil des "sub" mitlaufen.
Herzlichen Dank an das Queer Referat für die tolle Zusammenarbeit.
Wer übrigens den sehenswerten Film von Nick Feustel anschauen will, findet ihn hier: prepster.info/prep17
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